Die russische Wirtschaft ist wieder auf den Beinen

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ichANFANG APRIL Wir wiesen auf vorläufige Beweise dafür hin, dass sich die russische Wirtschaft den Vorhersagen eines Zusammenbruchs widersetzte, selbst als westliche Länder beispiellose Sanktionen verhängten. Jüngste Daten unterstützen diese Ansicht weiter. Unterstützt durch Kapitalverkehrskontrollen und hohe Zinssätze ist der Rubel heute so wertvoll wie vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Ende Februar (siehe obere Grafik). Russland scheint mit der Zahlung seiner Fremdwährungsverpflichtungen Schritt zu halten.

Auch die Realwirtschaft zeigt sich überraschend widerstandsfähig. Natürlich sind die russischen Verbraucherpreise seit Anfang des Jahres um mehr als 10 % gestiegen, da die anfängliche Abwertung des Rubels die Importe verteuerte und sich viele westliche Unternehmen zurückzogen und das Angebot reduzierte. Die Zahl der Unternehmen, die mit ihren Gehältern im Rückstand sind, scheint zuzunehmen.

Aber „Echtzeit“-Maße der russischen Wirtschaftstätigkeit halten weitgehend. Der Gesamtstromverbrauch ging nur leicht zurück. Nach einer Flaute im März scheinen die Russen laut einem Ausgabentracker der Sberbank, Russlands größter Bank, ziemlich großzügig in Cafés, Bars und Restaurants auszugeben. Am 29. April senkte die Zentralbank ihren Leitzins von 17 % auf 14 %, ein Zeichen dafür, dass die im Februar einsetzende Finanzpanik etwas nachgelassen hat. Die russische Wirtschaft schrumpft zweifellos (siehe unteres Diagramm), aber einige Ökonomen prognostizieren a BIP Rückgänge von bis zu 15 % in diesem Jahr sehen langsam pessimistisch aus.

Schon vor der Invasion war Russland eine ziemlich geschlossene Wirtschaft, was die Auswirkungen von Sanktionen begrenzte. Aber der Hauptgrund für die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft hängt mit fossilen Brennstoffen zusammen. Seit der Invasion hat Russland fossile Brennstoffe im Wert von mindestens 65 Milliarden US-Dollar durch Lieferungen und Pipelines exportiert, schlägt das Center for Energy and Clean Air Research vor, eine finnische Denkfabrik. Im ersten Quartal 2022 stiegen die staatlichen Einnahmen aus Kohlenwasserstoffen im Jahresvergleich um mehr als 80 %. Am 4. Mai schlug die Europäische Kommission ein Importverbot für sämtliches russisches Öl vor, das bis Ende des Jahres vollständig in Kraft treten soll. Erwarten Sie bis dahin, dass sich die russische Wirtschaft weiter im Kreis dreht.

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